Industrie 4.0 - die digitale Transformation des Industriesektors

Industrie 4.0 – begrifflich an die internationale Bedeutung von IoT (Internet of Things) angelehnt – umfasst die Vernetzung, Automatisierung und Digitalisierung weitläufiger Bereiche im Maschinenbau, der Elektrotechnik und der Informatik. Eine Weiterbildung oder Umschulung in Industrie 4.0 kann die Programmierung von Anlagen, Automatisierungstechnik in der Produktion sowie Mechatronik umfassen und weist häufig Schnittstellen zur IT-Sicherheit auf. Eine Weiterbildung in der Automatisierungstechnik beinhaltet beispielsweise die Programmierung von CNC-Fräsen. In Zweigen wie der Automobilindustrie kommt Industrie 4.0 darüber hinaus im Bereich Augmented und Virtual Reality zum Einsatz. Grundlegend lässt sich sagen, dass dich deine Weiterbildung zum Automatisierungstechniker beziehungsweise zur IT-Fachkraft für Industrie 4.0 zu einem wichtigen Mitarbeiter in Unternehmen macht, die Produktionsprozesse digitalisieren und damit Teil der vierten industriellen Revolution werden möchten.

Weiterbildung zum Automatisierungstechniker

A Day in the Life of: Was macht ein Experte für Industrie 4.0 eigentlich?

Sensoren und Software der CNC-Fräse, an deren Planung du beteiligt warst, kommunizieren bereits seit einiger Zeit zuverlässig miteinander. Heute wirst du noch einige Feinabstimmungen vornehmen und Messprotokolle analysieren, denn der Fräskopf meldet seine fortschreitende Abnutzung zu spät an den Einkauf. Das hat im letzten Monat dazu geführt, dass Ersatzlieferungen nicht rechtzeitig eintrafen und die Anlage nicht an der Produktionsgrenze arbeiten konnte. Wenn die Automation läuft und letzte Störungen beseitigt sind, wird das Unternehmen alle Anlagen mit deiner Software bespielen und durch Schnittstellen in andere Produktionsbereiche erweitern. 

In deiner Weiterbildung zum Automatisierungstechniker hast du gelernt, Steuerungs- und Betriebssysteme aufeinander abzustimmen und autark laufende Industriezweige nicht länger voneinander zu isolieren, sondern über Datenaustausch zu vernetzen. Schon als Elektrotechniker, vor deiner Umschulung zur IT-Fachkraft für Industrie 4.0, war es ein reizvoller Gedanke, Auftragseingänge unmittelbar zu einer automatisch anlaufenden Produktion führen zu lassen, um nach Fertigstellung ein Signal an Lager oder Logistik zu senden.

Wo arbeiten Fachkräfte für Industrie 4.0?

Nach deiner Weiterbildung zum Automatisierungstechniker oder zur IT-Fachkraft für Industrie 4.0 bildest du das Rückgrat neuzeitlicher Industrie und sicherst deinen Arbeitsplatz – entgegen einer Entwicklung, die menschliche Arbeitskraft durch Technik, Maschinen und Daten weitestgehend ersetzen wird. Da Personal in Kernindustrien wie der Produktion, der Automobil- oder Chemieindustrie hohe Kosten verursacht, sind Automatisierungstechniken stark gefragt. Speziell die Metallerzeugung und –bearbeitung, aber auch die Herstellung von Back- und Süßwaren sowie die Chemie- oder Kunststoffproduktion weisen ein enorm hohes Substituierungspotenzial auf. Hier kann dein neu gewonnenes Know-how in der Automatisierungstechnik dafür sorgen, Kosten zu sparen. 

Es gibt aber auch zahlreiche Industrie 4.0-Arbeitsbereiche, die menschliche Arbeit nicht ersetzen, sondern effizienter, einfacher und sicherer machen. Deine Aufgabe innerhalb von Industrie 4.0 kann auch die softwareseitige Erstellung von Inhalten für Augmented oder Virtual Reality bedeuten. Die Schaffung künstlicher Welten findet in der Produktionsplanung Anwendung, um beispielsweise über CAD konstruierte Anlagen vor dem Bau auf Kompatibilität mit anderen Produktionsbereichen zu testen. Augmented Reality ermöglicht die Einblendung von Arbeitsschritten oder verdeckten Kabelsträngen in der Brille eines Elektrikers oder Mechatronikers.

Spezialisierungen und Karrierepfade

Spezialisierungen auf dem Karrierepfad der Automatisierungstechnik sind mannigfaltig und praktisch in jeder Branche möglich. Notwendig sind sie beispielsweise bei der Arbeit mit Verkehrsleitsystemen im öffentlichen, Fertigungsanlagen im produzierenden und Heizungssystemen im privaten Bereich. Spezialisten finden sich aber auch in der Konzeption und Wartung von Bussystemen, die in Kfz, der Landwirtschaft und vielen anderen Bereichen notwendig sind, um Abläufe zu automatisieren.

Im wahrsten Sinne des Wortes fördert Industrie 4.0 auch Rand-Spezialisierungen wie das Edge Computing zutage. Unmengen an Daten müssen transportiert und entsprechend komprimiert werden, um Latenzen gering zu halten und den Datenfluss effizient zu steuern. 

Auch die Sicherheit von Daten bildet durch die weltweite Vernetzung verschiedener Betriebe, Produktionszweige und Lieferanten einen essenziellen Punkt bei der Umsetzung von Industrie 4.0. Somit findest du auch als Informatiker Beschäftigung, um IT-Sicherheit innerhalb von Automation zu gewährleisten, offene Schnittstellen gegen Angriffe von außen zu schützen und Sicherheitslücken zu schließen.

Bestandteile deiner Weiterbildung in der Industrie 4.0

Aufgrund branchenübergreifender, sehr weitreichender Anwendungsgebiete innerhalb der digitalen Transformation der Industrie, ist eine Weiterbildung im Bereich Industrie 4.0 breit gefächert. Neben den angeführten Beispielen wie CNC und Elektrotechnik, können auch Grundlagen der Robotik sowie speicherprogrammierbare Steuerung Teil der Weiterbildung beziehungsweise Umschulung sein. Informatik, Physik und Regelungstechnik bilden allerdings die Basis jeder Weiterbildung und machen gemeinsam mit Mess- und Steuertechnik sowie Programmierung den wichtigsten Teil der Weiterbildung Automatisierungstechnik aus. Projektmanagement und Einblicke in die Optimierung von Prozessen innerhalb der technischen Industrie runden die Kurse deiner Weiterbildung ab. In der Regel schließt du dann als IT-Fachkraft oder Automatisierungstechniker für Industrie 4.0 ab.

Gehalt & Vorteile in der Industrie 4.0

Automatisierung ist ein Prozess, der die Umstellung ganzer Produktionsabläufe fordert und entsprechend über viele Monate oder Jahre stattfindet. Nach deiner Weiterbildung zum  Automatisierungstechniker oder Experten für Industrie 4.0 findest du in Unternehmen, die Digitalisierung vorantreiben möchten, meist unbefristete Arbeitsverträge vor, die durch betriebliche Sozialleistungen und gute Gehälter für eine langfristige Arbeitnehmerbindung sorgen sollen.

In der Vergangenheit war ein fester Arbeitsort und feste Arbeitszeiten die Regel als Automatisierungstechniker. Insbesondere in der Programmierung und beim Design von z.B. digitalen Zwillingen sind Remote-Jobs aber nun die Normalität.

Ein gutes Gehalt macht den Aufwand für deine Weiterbildung oder Umschulung für gewöhnlich schnell bezahlt. Die Gehälter liegen je nach Unternehmensgröße, Bundesland und Branche zwischen 43.000 und 55.000 Euro. Spezialisten verdienen teilweise deutlich mehr.